Kreative Gerichte aus heimischen Lebensmitteln hervorragender Qualität liegen voll im Trend. Aus einer Studie des internationalen Marktforschungsinstitutes CHD Expert (2007) geht hervor, dass jeder vierte deutsche Gastronomiebetrieb saisonale Speisen nach heimischen Rezepten und aus Rohwaren regionaler Herkunft auf der Karte hat. Nach der Apollinaris-Studie Geschmack 2007 legen über die Hälfte der Deutschen Wert auf gutes Essen und die Qualität der Lebensmittel. Der Untersuchung zufolge gehen 61 Prozent der Deutschen mindestens einmal im Monat in ein Restaurant, dabei steht nahezu für Jeden (91%) die Qualität der Produkte und eine frische Zubereitung beim Restaurantbesuch an erster Stelle. 2009 schreibt der kulinarische Autor und einflussreiche Gastrokritiker Jürgen Dollase in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: "Es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland ein Führer erscheint, der ganz konsequent die besten Restaurants der Regionalküche vorstellt." Das Genussführer-Projekt von Slow Food ist ein erster wichtiger Schritt dorthin (www.slowfood.de/genussfuehrer/).
Zu dieser erfreulichen kulinarischen Situation war es ein langer und beschwerlicher Weg. Die Qualität der deutschen Küche à la Carl Walterspiel war in Vergessenheit geraten. Auf den Tellern der 50er und 60er Jahre schwappte Mehlpampe, Eisbein und Schweinebraten ertranken in brauner Soße. Hauptsache es gab große Portionen. Ein charmanter Schauspieler ohne Kochkenntnisse verstand es als erster deutscher Fernsehkoch unter dem Namen Clemens Willmenrod den Deutschen den Hawai Toast als kulinarisches Highlight schmackhaft zu machen. Erst Anfang der 70er Jahre wurde auf der Basis der französischen Nouvelle Cuisine von Köchen wie Dieter Biesler, Gerhard Gartner, Otto Koch, Heinz Winkler, Eckart Witzigmann und Hans-Peter Wodarz das entwickelt, was später Neue deutsche Küche genannt und mit Michelin-Sternen ausgezeichnet werden sollte. Dies geschah zuerst in der Spitzengastronomie. Erst nach und nach erreichte diese Art des Kochens auch den Landgasthof. Hier ist besonders Josef Bauer und sein Landgasthof Adler in Rosenberg zu nennen, der seit Jahrzehnten regionale Küche auf höchstem Niveau präsentiert.
Worum geht es bei der neuen deutschen Regionalküche in erster Linie? Es geht um gute heimische Produkte, die fantasievoll, schonend und leicht zubereitet werden und zur richtigen Jahreszeit auf der Karte stehen. Langenhagen hat hier unter anderem Kartoffeln, Spargel, Heidschnucken und Wild zu bieten, die in einer Vielzahl typischer Gerichte der ländlichen Küche Verwendung fanden. Diese Rezepte gilt es wieder bekannt zu machen, allerdings in zeitgemäßer, leichter Form. Landgasthöfe und Restaurants mit guter regionaler Küche sollen mit einer Typisch Langenhagen-Plakette ausgezeichnet werden. Es geht darum, kulinarische Qualität und die Idee der regionalen Küche zu verbreiten, diejenigen zu fördern, die entsprechende Qualität bieten, sie bekannter zu machen und sie neben dem Reitsport und den landschaftlichen Reizen zum einladenden Produkt für den Fremdenverkehr zu machen. Damit einher geht die Förderung guter und gesunder Produkte. Bäuerliche Betriebe werden daher beim Direktvertrieb unterstützt werden. Zum Projekt PFERDEstärken LANGENHAGEN gehört auch die Förderung des Hofladens und die Veranstaltung von saisonalen Märkten gemeinsam mit geeigneten Partnern.