Als Fachwerk wird eine Wandbauweise mit einem tragenden Gerüst aus Holz bezeichnet, bei der die Zwischenräume (Gefache) meist mit einem Holzgeflecht mit Lehmbewurf (Klaiben) oder mit Bruch-, Lehm- und Backsteinen gefüllt sind. Zum Fachwerkhaus können jedoch auch Wände gehören, deren Zwischenräume nicht oder nur teilweise geschlossen worden sind: Laubengänge, Vorhallen oder etwa die Ständerreihen im Inneren niederdeutscher Hallenhäuser. Die Fachwerk-Bauweise war von der Antike bis in das 19. Jahrhundert eine der vorherrschenden Bauweisen und in Mitteleuropa nördlich der Alpen bis nach England verbreitet.
In Deutschland lassen sich drei Stilgruppen unterschieden:
Die Ortskerne der Ortschaften und die dörflichen Siedlungen um die Kernstadt Langenhagen herum haben sich ihren typisch norddeutschen Charakter bewahrt. Fachwerk und Backstein prägen ihre Gesichter. Es gibt viel historische Bausubstanz, die erhaltenswert ist. Hier stehen zwar keine spektakulären Baudenkmäler, dafür aber zahlreiche schöne Bauensemble. Diese Qualität gilt es zu erhalten, denn sie trägt zur Heimatverbundenheit bei und macht einen Teil des Profils von Langenhagen aus.
Da sich in den ländlichen Bereichen ein radikaler Strukturwandel vollzieht, verlieren immer mehr wertvolle alte Gebäude ihre ursprüngliche Funktion. Es gilt daher kreative Ideen für eine tragfähige und umweltgerechte Umnutzung oder Neunutzung historischer Bausubstanz zu entwickeln, entsprechende Konzepte zu fördern und für infrastrukturelle und datentechnische Anbindung zu sorgen. Langenhagen verfügt hier über gute Voraussetzungen. Umnutzung oder Neunutzung dienen der Erhaltung und Belebung der Ortskerne. Ferner wird mit einer derartigen Form der Denkmalpflege vorhandene Infrastruktur sinnvoll genutzt und weitere Zersiedelung an den Rändern der Ortschaften verhindert. Der Umbruch in der Landwirtschaft und die anhaltende Stadt-Umland-Wanderung im Umfeld großer urbaner Zentren führen unter anderem zur Zersiedelung bisher rein ländlicher Räume. Es gilt die schönen und qualitätvollen Naturräume um die Kernstadt Langenhagen herum durch bauliche Verdichtung der Ortschaften zu erhalten. Bei Neubauten in den Kernen, also in Nachbarschaft zur traditionellen Bausubstanz müssen hohe Anforderungen an die Bauqualität und die Einbindung in die gewachsene Umgebung gelten.